Hufrehe - ein Notfall

Obwohl Hufrehe relativ häufig vorkommt, ist es noch immer eine Krankheit, bei der viele Unklarheiten bestehen. Viele Pferdebesitzer glauben, dass nur Ponys und diese auch nur im Frühjahr betroffen sind. Tatsache ist allerdings, dass alle Pferde jederzeit erkranken können. 

Hufrehe ist eine extrem schmerzhafte Erkrankung des Hufes, die durch Veränderungen in der normalen Durchblutung des Fußes entsteht. Dadurch kommt es zu einer Entzündung bestimmter Hufstrukturen, die dadurch geschwächt werden. In schweren Fällen kann es zu einer Absenkung oder Rotation des Hufbeines kommen. Der Knochen kann sogar durch die Sohle durchbrechen. 
Die Hufrehe gibt es in zwei Formen: Akut und chronisch.

Anzeichen einer akuten Hufrehe, die Symptome treten plötzlich auf und sind schwerwiegend:

  • Ihr Pferd weigert sich standhaft, sich zu bewegen.
  • Es nimmt eine für Hufrehe charakteristische Stellung ein: Die Vorderfüße werden so weit wie möglich nach vorne gestreckt, die Hinterfüße so weit wie möglich unter den Körper gestellt. Dadurch wird so viel Gewicht wie möglich auf die Hinterfüße verlagert und die schmerzenden Vorderfüße entlastet.
  • Ihr Pferd geht höchstgradig lahm, vor allem auf hartem Boden und in Wendungen. Es zeigt einen unnormalen Gang: Der Huf landet mit den Ballen bevor die Zehe den Boden berührt.
  • Die Hufe fühlen sich heiß an und die Blutgefäße im Zehenbereich pulsieren stark.
  • Ihr Pferd zeigt eine schmerzhafte Reaktion, wenn Druck auf die Strahlspitze ausgeübt wird.

Anzeichen einer chronischen Hufrehe, ist meist eine Folge früherer Reheschübe und ihre Symptome entwickeln sich langsam:

  • Die Hufwand zeigt Ringe, die am Ballen weiter auseinander liegen als an der Hufspitze.
  • Blutungen in der Hufsohle
  • Die weiße Linie ist verbreitert, und sehr häufig entwickeln sich dort Hufabszesse.
  • Eingesunkene Sohlenfläche oder sehr flache Hufe
  • Schnabelhuf

Wenn Ihr Pferd Anzeichen einer akuten Hufrehe zeigt, sollten Sie sofort Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt rufen. Hufrehe ist ein Notfall! Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser! Die beste Art, mit Hufrehe umzugehen, ist die kontrollierbaren Ursachen zu verhindern. Bewahren Sie alles Getreide sicher außerhalb der Reichweite von Pferden auf. Stellen Sie die Ernährung Ihres Pferdes auf saftiges Futter allmählich um. Seien Sie sich dessen bewusst, dass ein gestresstes oder übergewichtiges Pferd besonders gefährdet ist. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt einen geeigneten Fütterungsplan. Sichern Sie eine gute, routinemäßige Gesundheits- und Hufpflege ab.

 

Mögliche Auslöser für Hufrehe

  • Traumatische Rehe: Durch Belastung und Erschütterung ausgelöst bei Distanzritten, Aufschlagen auf Steine, langen Galoppaden auf Asphalt oder anderen knallharten Böden, usw.
  • Fütterungsrehe: Verursacht durch eine Stoffwechselstörung im Dickdarm, weil zu viele Kohlenhydrate und Fruktan in den Darm gelangen.
  • Geburtsrehe: Entstanden durch verbleiben der Nachgeburt in der Gebärmutter.
  • Toxische Rehe: Wird durch Aufnahme von giftigen Stoffen ausgelöst, z.B. Giftpflanzen auf der Weide oder im Heu, Holzschutzmittel im Stall, Pflanzenschutzmittel (Pestizide) im Getreide/Kraftfutter, Schimmelpilze im Heu, Klärschlamm auf Feldern mit anschließender Bepflanzung (=Schwermetallbelastung der Pflanzen), seltene oder fehlerhafte Entwurmung, etc.
  • Medikamentöse Rehe: Ausgelöst durch bestimmte Medikamente, wie z.B. Kortison.
  • Infektiöse Rehe: Durch Viren oder Bakterien ausgelöst, die zu schweren Allgemeininfektionen führen können.
  • Kaltwasser-Rehe: Entsteht, wenn ein überhitztes Pferd große Mengen kaltes Wasser trinkt.
  • Borreliose-Rehe, Equines Metabolisches Syndrom-Rehe, Equines Cushing Syndrom-Rehe
  • Hufstatik-Rehe: Eine seltene Hufpflege (zum Beispiel nur alle 3 Monate) durch Hufschmied oder Hufpfleger, kann manchmal eine Hufrehe auslösen, da im Laufe der Jahre dadurch die Hufstatik ungünstig verändert wird. Auch eine unkorrekte Behandlung der Hufe durch den Hufschmied kann eine Hufrehe fördern, wenn zum Beispiel die Statik der Hufe nicht mehr stimmig ist. Dadurch entstehen Fehlbelastungen im Huf und durch das Reiten über Stock und Stein, bildet sich dadurch schneller eine traumatische Hufrehe aus.
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