Ziegen halten - Aufwand oder Spaß oder beides??

Die Haltung, Pflege und Fütterung von Ziegen ist relativ einfach, denn Ziegen sind recht anspruchslos. Dennoch müssen deren spezifische Wesensmerkmale Beachtung finden. Vorab: Ziegen sind Fluchttiere. Daher dürfen sie keinesfalls angebunden sein. Bei Gefahr müssen sie flüchten können, der Stress wäre viel zu groß.
Im Sommer benötigt eine Ziege rund acht Kilogramm Grünfutter, im Winter etwa drei Kilogramm Heu, dazu Kraft- und Saftfutter. Reine Milchziegen werden nicht wirklich fett, sie sehen immer mager aus. Nicht vergessen: Wasser sollte immer frisch und frei zugänglich sein.
Wer Ziegen bei einer Stallhaltung mit Grünfutter versorgen möchte, der sollte immer nur frisches Grün anbieten. Zu lange gelagertes Gras oder Grünfutter entwickelt Hitze und fängt schon bald an zu gären. Die Folgen: Koliken und Verdauungsprobleme. Wer sich für Silage entscheidet, der darf nur einwandfreie Ware nutzen. Ziegen sind anfällig für Listerien, die in schlechter Silage vorkommen können. Auch Rüben, Möhren, Äpfel und Birnen sind beliebte Futtermittel.
Ziegen büxen gerne mal aus – gerade wenn Schmackhaftes außerhalb der eigenen Weide zu finden ist. Der Zaun sollte daher ausreichend hoch und dicht sein. Empfehlenswert ist der so genannte Knotengitterzaun. Obwohl der Holzzaun die beste Variante ist, ist sie leider auch die teuerste. Den Gitterzaun gibt es auch als Elektrovariante. Besser nicht im buschigen Gelände nutzen, denn die Leitfähigkeit der Drähte funktioniert dort nicht immer reibungslos. Ziegen haben das recht schnell spitz gekriegt.

Bleiben die Ziegen den ganzen Sommer über auf der Weide, sollte dort ein Unterstand als Wetterschutz zu finden sein – und zwar groß genug für alle Tiere. Wer auf einer Weide eine Hütte bauen will, benötigt vielfach von den örtlichen Behörden eine Genehmigung. Eine Alternative sind mobile Schutzhütten. Weiden Ziegen auf Wiesen mit Obstbäumen, ist das Anbringen eines Verbissschutzes bis zu einer Höhe von zwei Metern sinnvoll – Ziegen sind nicht gerade zimperlich beim Annagen der Rinde.

Ziegen dienen in den meisten Fällen nicht der Fleischgewinnung, sondern sie liefern Milch für Käse und Quark - morgendliches Ziegen melken ist somit Pflicht. Manche sperren die Ziegenkitze über Nacht von der Mutter getrennt ein, damit sich die Milch besser sammeln kann. Andere belassen die Kleinen bei der Mutter und geben sich mit weniger Milch zufrieden.

Ziegenmilch wird selten frisch genossen, da sie stark nach Ziege schmeckt – vielen Menschen ist dies unangenehm. Kommt sie dennoch frisch auf den Tisch, sollte sie ohne Abkochen nicht länger als einen Tag aufbewahrt werden. Mit Abkochen und im Kühlschrank gelagert hält sie zwei bis drei Tage. Diese Milch besitzt rund 2,7 bis 3,5 Prozent Fett und einen Eiweißanteil von 2,8 bis 3,5 Prozent.

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