Saugferkelkastration

In der EU werden jedes Jahr rund 100 Millionen (>80%) männliche Ferkel chirurgisch kastriert, um die Ausbildung des so genannten Ebergeruchs zu verhindern. Allein in Deutschland sind derzeit jedes Jahr mehr als 20 Millionen Ferkel betroffen. Obwohl die chirurgische Kastration einen äußerst schmerzhaften Eingriff darstellt, geschah das bislang ohne Betäubung oder die Gabe von schmerzlindernden Arzneimitteln.
Derzeit existieren aber noch keine praxistauglichen Alternativen . Daher haben sich die Schweineproduzenten und der Einzelhandel in Deutschland freiwillig darauf geeinigt, Ferkel fortan nicht mehr ohne die Gabe von schmerzlindernden Mitteln zu kastrieren. Behörden, Verwaltung und Pharmaindustrie haben bereits begonnen, die Rahmenbedingungen für die Umsetzung zu schaffen - Zulassung eines für diese Indikation geeigneten Schmerzmittels, um die zum gegenwärtigen Zeitpunkt notwendige Arzneimittelumwidmung und die damit beim Tierarzt verbleibende Haftung aufzuheben.
Wie machen es die anderen Länder? Großbritannien und Irland setzen auf die Ebermast, in Norwegen dürfen Ferkel nur von Tierärzten und unter Lokalanästhesie kastriert werden, in der Schweiz ist seit diesem Jahr eine Kastration nur in Narkose erlaubt, die Niederländer und Belgier setzen ein CO2/O2-Gasgemisch ein ohne Schmerzmittelgabe und in Australien, Neuseeland und einigen südamerikanischen Ländern wird auf die Immunokastration (Entwicklungshemmung der Hoden) gesetzt.
Generelles Ziel aller EU-Länder muss es sein, die Ferkelkastration in den ersten 7 Lebenstagen ohne Betäubung zu verbieten. Die Kastration bei Neugeborenen oder auch älteren Tieren ist ein äußerst schmerzhafter Eingriff. Geschmacklich einwandfreies Schweinefleisch ist keine Entschuldigung für Tierquälerei in den ersten Lebenstagen (und das ist eine Kastration ohne Betäubung). Wir Menschen - Erzeuger wie auch Verbraucher von Schweinefleisch - müssen uns auf die Suche nach praxistauglichen Alternativen machen, bei welchem gänzlich auf die Kastration verzichtet werden kann.

Quelle: intervet - Fokusthemen

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