Rinder - Jetzt auf die Weide?

Der Winter ist da und damit stellen sich viele die Frage, ob denn die Weidehaltung von Rindern, Pferden und Schafen in den kalten Monaten tierschutzgerecht ist. "Grundsätzlich ist eine Haltung von Nutztieren ganzjährig auf der Weide möglich", sagt der Leiter der Veterinärbehörde Dr. Rudolf Müller. In der Herde oder Gruppe auf der Weide wirken sich der größere Bewegungsraum, die stärkeren Klimareize, das ungefilterte Sonnenlicht sowie die Befriedigung des Sozial- und Erkundungsverhaltens fördernd auf die gesunde Entwicklung der Tiere aus. Somit ist die ganzjährige Haltung von Nutztieren im Freien grundsätzlich die artgerechteste Form der Tierhaltung. 
Nach Auskunft von Amtstierärztin Jutta Flohr, Leiterin des Sachgebietes Tierschutz, sind Pferde, Rinder und auch Schafe warmblütige Tiere und verfügen über Regulationsmechanismen, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Sowohl Pferde als auch Rinder und Schafe können sich dadurch einem weiten Temperaturbereich schadlos anpassen. So stellen Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius für die Tiere kein Problem dar.
Es ist allerdings wichtig, dass Tiere im Herbst die Möglichkeit erhalten, sich allmählich an die niedrigeren Außentemperaturen zu gewöhnen. Nur so kann ein dichtes und langes Winterfell ausgebildet werden. Wenn schneebedeckte Rinder, Pferde oder Schafe in der Weide stehen oder liegen, ist gerade dies ein Beweis dafür, dass die Bemuskelung gut ist, sich Unterhautfett und Unterhaar in Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit gebildet haben und somit die Wärmeisolierung funktioniert. Anderenfalls würde der Schnee auf dem Rücken der Tiere schmelzen. 
Da der tatsächliche Wasserbedarf zu keiner Zeit über das in der Nahrung gebundene Wasser gedeckt wird und Schnee grundsätzlich kein Ersatz für eine Tränke darstellt, weist Dr. Müller darauf hin, dass den Weidetieren jederzeit bei allen Temperaturen Wasser in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung stehen muss. Um dies sicherzustellen, sind funktionsfähige und für alle Tiere erreichbare Tränkeinrichtungen zwingend erforderlich. Ebenso reicht der Bewuchs der Weideflächen nicht aus, um die Tiere zu versorgen, vorallem bei Schnee nicht. Futter, Silagen, Heu müßen ebenso für die jedes Tier erreichbar sein und es sollte auf keinem Fall auf dem Boden ausgebreitet werden.
Geburten sollten aus tierschützerischen und medizinischen Gründen erst fürs Frühjahr geplant werden. Für Jungtiere ist im Winter auf jeden Fall eine eingestreute Schutzhütte erforderlich. Das Ablammen von Schafen sollte grundsätzlich im Stall oder zumindest in geeigneten Unterständen erfolgen. 
Ebenso wichtig wie die sachkundige Fütterung und Unterbringung ist die tägliche Gesundheitskontrolle aller Tiere. Falls nötig, ergreift der verantwortungsvolle Tierhalter sofort geeignete Maßnahmen, um kranke oder verletzte Tiere abzusondern, bringt sie in für die Behandlung geeignete Haltungseinrichtungen mit trockener und weicher Einstreu und zieht, falls notwendig, einen Tierarzt hinzu.

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