Milchsäure 15% ad us. vet. gegen Varroose

Milchsäure 15% ad us. vet. gegen Varroose
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Produktinformationen "Milchsäure 15% ad us. vet. gegen Varroose"
Serumwerk Bernburg AG

Milchsäure 15% ad us. vet.
- Lösung für Bienen im Kampf gegen die Varroose-Milbe der Honigbiene, zur Sprühanwendung im Bienenstock

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine (als adultes Weibchen) ca. 1,1 Millimeter lange und 1,6 Millimeter breite Milbe aus der Familie Varroidae, die als Parasit an Honigbienen (Apis mellifera und Apis cerana) lebt. Die Milbe entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Der Befall von Bienenvölkern durch die Milbenart wird als Varroose (alter Name: Varroatose) bezeichnet. Varroa destructor gilt als der bedeutsamste Bienenschädling weltweit.
In Österreich ist die Tierseuche Varroose anzeigepflichtig, in der Schweiz unter Gr. 4 Zu überwachende Seuchen (Meldepflicht) eingestuft. In Deutschland ist sie in § 15 der Bienenseuchen-Verordnung zwar geregelt, aufgrund ihrer Ubiquität wird aber von einer Anzeige- oder Meldepflicht abgesehen.
In jedem Fall ist es wichtig, durch laufende Kontrolle die Befallsstärke abzuschätzen. Dies geschieht durch Gemülldiagnose, indem die pro Tag auf den Boden der Bienenbeute abgefallenen toten Milben gezählt werden. Fallen im Juli 5 bis 10 Milben pro Tag, kann der Befall bereits kritisch sein. Eine weitere Diagnosemöglichkeit zur Befallskontrolle ist die sogenannte Puderzuckermethode. Mit Hilfe dieser Methode kann die Befallstärke schnell und sehr genau bestimmt werden. Würde Puderzucker zur Therapie benutzt werden, wäre das nach dem Arzneimittelgesetz zu beurteilen.

Anwendung
Spätherbst-/ Winterbehandlung:
Eine Michsäurebehandlung von Bienenvölkern zur Bekämpfung der Varroatose sollte im Spätherbst/ Winter erfolgen. Die Völker müssen brutfrei sein und die Außentemperatur sollte zwischen 4° und 10°C liegen. Geringere Temperaturen würden zu einem rapiden Anstieg des Bienentotenfalls führen. Bei garantierter Brutfreiheit darf die Außentemperatur auch über 10° C liegen, jedoch sollte kein Bienenflug während der Behandlung stattfinden. Die Behandlung besteht aus zweimaligem, d.h. im Abstand von ca. 1- 5 Wochen wiederholten Aufsprühen von 15% iger Milchsäurelösung direkt auf die mit Bienen besetzten Waben. Die Waben werden einzeln herausgenommen. Je 8+1 ml Milchsäure 15% ad us. vet.. werden pro Wabenseite mittels Sprühtechnik direkt auf die Wabe und die darauf befindlichen Bienen aufgebracht. Es ist auf ein gleichmäßiges Aufsprühen der Milchsäurelösung zu achten. Die Menge von 8+1 ml sollte innerhalb von etwa 6 Sekunden appliziert werden.

Sommerbehandlung:
In Ausnahmefällen ist eine Sommerbehandlung mit Milchsäure 15% ad us. vet.. zu empfehlen, z.B. nach dem Einschlagen eines Kunstschwarmes oder bei Ablegerbildung. Wesentlich ist, dass keine gedeckelte Bienenbrut vorhanden ist, da Milchsäure nicht in diese hinein wirkt. Die Behandlung muss zu Tageszeiten durchgeführt werden, in denen die Bienen nicht ausfliegen. Nur so ist eine ausreichende Effektivität zu erzielen. Die Durchführung entspricht der einer Winterbehandlung mit folgender Besonderheit: Wenn offene Brut vorhanden ist, sollte die Milchsäure 15% ad us. vet.. in einem Winkel von 45° aufgesprüht werden, damit die Brut nicht beschädigt wird.


Hinweis zu Milchsäure 15% ad us. vet.
Bei der Anwendung von Milchsäure 15% ad us. vet.. ist eine Schutzausrüstung erforderlich. Diese umfasst einen Augenschutz, Handschuhe sowie einen Mundschutz. Da saure Dämpfe beim versehentlichen Einatmen Hustenanfälle und asthmaartige Beschwerden auslösen können, wird das Tragen einer Halbmaske mit Filter (A1P2 oder A2P2) empfohlen. Es wird geraten, Arbeitskleidung und einen Bienenschutzschleier zu tragen.
Die Symptome nach langandauernder dermaler Einwirkung von Milchsäure (> 30%) beim Anwender können sich wie folgt darstellen: typische Koagulationsnekrosen mit charakteristischen Ätzschorfen auf den betroffenen Hautpartien. Bei großflächigen Verätzungen kann es zu einer Störung der Hautfunktion kommen.
Bei lokaler Säureeinwirkung auf die Haut erfolgt als Therapiemaßnahme eine Verdünnung der Säure, indem die betroffene Hautstelle sofort mit Wasser, Seifenlösung oder 5% iger NatriumhydrogencarbonatLösung abgespült wird. Bei Kontakt der Augen mit Milchsäure ist mit Wasser zu spülen und ein Arzt zu konsultieren.
Wartezeit für Honig: Bei Spätherbst- / Winterbehandlung keine. Bei Sommerbehandlung erst die Honigernte der Tracht des Folgejahres nutzen.

Warnhinweis zu Milchsäure 15% ad us. vet.
Vor Licht und Wärme geschützt aufbewahren. Das Arzneimittel nach Ablauf des auf dem Behältnis angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.
Milchsäure 15 % ad us. vet.. darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Die Lösung kann Haut und Augen reizen. Das versehentliche Einatmen saurer Sprühnebel kann zu Atembeschwerden und Hustenanfällen führen.
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.

Gegenanzeigen
Beim Einhalten der Dosierungsanleitung und der Art der Anwendung sind keine bekannt.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt. Es ist jedoch der korrosive Effekt von Milchsäure 15% ad us. vet. auf korrosionsempfindliche Bauteile und Imkereigeräte zu beachten. Weiterhin bestehen Unverträglichkeiten gegenüber Oxidationsmittel, Iodiden und Albumin.

Der Totenfall liegt nur unwesentlich oberhalb der natürlichen Bienenmortalität. Bei erheblichen Überdosierungen 100% und mehr sowie bei Behandlungen bei Außentemperaturen unterhalb 4°C ist mit erheblich höherem Totenfall zu rechnen.

Zusammensetzung pro 100g
Milchsäure 90% (m/ m) 16,97g (hiervon ca. 90% als L- (+)- Enantiomer) in gereinigtem Wasser
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