Giardien noch immer schwer zu managen

Giardien sind wohl die am häufigsten diagnostizierten Parasiten in der Kleintierpraxis.
Ihre lange Ausscheidungsphase von Wochen bis Monaten, die hohe Tenazität der Zysten in der Umgebung, ihr hohes Infektionspotenzial und ihr breites Wirtsspektrum sind die wichtigsten Gründe für ihre weite Verbreitung. Dazu kommt, dass viele Tiere als symptomlose Ausscheider zu einer dauernden Umgebungskontamination mit Zysten beitragen, die z. B. über Oberflächenwasser verbreitet werden. Eine Immunität, die die Ausscheidung weitgehend unterbindet, entwickelt sich nur langsam, und die meisten Giardia-Genotypen können mehrere Wirtsarten infizieren. Hunde und Katzen
beherbergen zoonotische und wirtsspezifische Genotypen. Tiere <1 Jahr sind häufiger betroffen, es können jedoch alle Altersgruppen befallen sein und auch erkranken. Durchfall mit wechselnder Konsistenz, gelegentlich mit Schleim oder Blut, Blähungen und Erbrechen wird beobachtet. Die zuverlässige Diagnose ist mit herkömmlichen Kot-Untersuchungen oftmals erschwert. Mehrfach-Untersuchungen sind notwendig und im Zusammenhang mit der Klinik zu beurteilen.

Die Therapie wird mit Metronidazol oder Fenbendazol durchgeführt. Eine ausreichende Kontrolle und Hygiene sind unabdingbar.

Um das Risiko erneuter Infektionen und der Übertragung auf andere Individuen zu minimieren, ist konsequente Hygiene (Decken, Spielzeug und Futtergeschirr heiß waschen und trocknen; keine Stra-
ßenschuhe im Haus tragen; Hunde ggf. mit Chlorhexidin-Shampoo waschen und nicht aus Pfützen trinken lassen, vor allem aber Hundekotentsorgung über den Hausmüll) unverzichtbar.
Asymptomatische Ausscheider werden aufgrund des ohnehin hohen Reinfektionsrisikos normalerweise nicht behandelt.
Ausnahmen sind Tiere in Mehrtierhaushalten oder Tierheimen, Zucht- oder Ausstellungstiere sowie Tiere mit engem Kontakt zu immungeschwächten Patienten. Hier sind regelmäßige Untersuchungen, eine Bestimmung des Genotyps in Speziallabors und ggf. eine Behandlung vom Tierarzt in Erwägung zu ziehen. Während das Risiko einer zoonotischen Infektion bei Hunden in Mitteleuropa gering scheint, scheiden Katzen gelegentlich solche Giardientypen aus. Daher sollte persönliche Hygiene im Umgang mit Kot, Umweltproben und infizierten Tieren gewahrt werden.
(Quelle: fachforum kleintiere, Prof. Anja Joachim, Dr. Barbara Hinney 2016)

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