Wahrscheinlich waren Sie entsetzt oder schockiert, als Sie von Ihrem Tierarzt erfuhren, dass Ihr vierbeiniger Lebensgefährte an der Zuckerkrankheit leidet. Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kommt bei ungefähr 1% aller Hunde vor und ist heute glücklicherweise gut zu behandeln. Voraussetzung war, ist und bleibt allerdings, dass Sie als Tierhalter bei der Behandlung sorgsam und verantwortungsbewusst mitarbeiten. Zum besseren Verständnis ein paar Informationen:
Was versteht man unter Diabetes mellitus?
Unter Diabetes mellitus, landläufig auch "Zuckerkrankheit"genannt, versteht man einen absoluten oder relativen Insulinmangel, der sich vor allem auf den Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel auswirkt. Es gibt einen angebotenen Defekt, bei dem die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse nicht vorhanden sind. Aber auch durch Fehlernährung (z.B. Verfettung), durch Streßsituationen oder Trächtigkeit kann diese Krankheit entstehen - ebenso wie durch Medikamente.
Wie sieht das Krankheitsbild bei Hund und Katze aus?
Beim Hund sind 80 bis 90 % der Diabetiker weibliche Tiere, während bei der Katze das Verhältnis etwa der natürlichen Geschlechterverteilung entspricht. Die Tiere zeigen erhöhten Durst und damit viel Flüssigkeitsaufnahme, sie haben einen erhöhten Urindrang, müssen also vermehrt "Gassi gehen" oder urinieren sogar in die Wohnung. Sie fressen alles und magern dabei oft ab. Bisweilen sind die Tiere bei Krankheitsbeginn sehr übergewichtig, werden aber bei Nichtbehandlung mager bis dürr. Das Leistungsvermögen sinkt, der Atem kann fruchtig riechen. Bei Fortschreiten der Krankheit kann es zu Erbrechen, Abmagerung, Apathie und zur Schweratmigkeit kommen.
In jedem Fall sollte ein möglichst annähernd normaler "Blutzuckerspiegel" angestrebt werden, da sich bei einem unvollständig eingestellten Diabetiker schon sehr bald unerwünschte Folgeerscheinungen, z.B. Trübung der Augenlinsen, Nieren und Leberschäden, Zahnfleischerkrankungen und ähnliches einstellen können.
Übergewichtige Hunde und besonders Katzen scheinen für diese Krankheit prädisponiert zu sein. Offensichtlich besteht in diesen Fällen, wie beim Menschen, ein relativer Insulinmangel, verursacht durch ständig hohe Nahrungsaufnahme, die zur Aufrechterhaltung der Körpermasse erforderlich ist. Bei der Hündin spielt der Geschlechtszyklus eine entscheidende Rolle. Durch körpereigene und durch zugeführte Hormone wird die Empfindlichkeit gegenüber Insulin herabgesetzt, d.h. die Zellen sind auf mehr Insulin zur Erhaltung eines einigermaßen normalen Fett- und Kohlehydratstoffwechsels angewiesen. In vielen Fällen reicht der Insulinspiegel nicht aus, um diese Funktionen aufrechtzuerhalten.
Man unterscheidet in der Humanmedizin zwei Typen des Diabetes mellitus:
Typ 1, der hypoinsulinämische, ist ein absoluter Insulinmangel, der dadurch entsteht, daß die Insulin-produzierenden Zellen nicht oder nur unvollständig entwickelt sind.
Typ 2, ist ein relativer Insulinmangel, der durch verschiedene äußere Einflüsse ausgelöst werden kann. Diese Typisierung ist in der Tiermedizin bei Hund und Katze nicht so unproblematisch wie in der Humanmedizin.
Wie erolgt die Behandlung?
Das Mittel der Wahl ist Insulin. Ihr Tierarzt hat entsprechend der Diabetes-Lage Ihres Tieres das geeignete Medikament ausgewählt. Neben der Einstellung mit Insulin ist eine Diät, ähnlich wie beim Menschen, erforderlich. Häufig werden mageres Fleisch und rohfaserreiche Nahrungsmittel eingesetzt. Handelsübliche Diätfutter speziell für zuckerkranke Tiere können Sie oft von Ihrem Tierarzt erhalten.
| Häufiger Grund für Diabetes mellitus Typ 2: Übergewicht. Das bekommen Sie meistens mit einer Diät in den Griff. |
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Eine konsequent durchgeführte Diät und eine regelmäßige Medikamentengabe sind der Schlüssel zum Erfolg. Wichtig sind dabei regelmäßige Fütterung und eine gleichbleibend zusammengesetzte Diät. Halten Sie die Fütterungsanleitung Ihres Tierarztes ein, da sie speziell auf Menge und Häufigkeit der Insulingabe abgestimmt ist. |
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Mit einem Harnstick können Sie die Glukosebestimmung morgens und abends selber durchführen. So kann überprüft werden, ob Ihr Tier nach wie vor richtig eingestellt ist. |
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Tierarztbesuche in regelmäßigen Abständen können Ihnen helfen, den Gesundheitszustand Ihres Tieres optimal zuerhalten. Bei einer solchen Untersuchung wird in der Regel neben einem Blutbild die Funktion von Leber und Niere überprüft und der Glukosespiegel im Blut bestimmt. |
Die eigentliche Behandlung müssen Sie durchführen. Sie haben Angst davor Ihr Tier zu spritzen?? Das ist völlig normal und natürlich und geht nicht nur Ihnen so. Die gleiche Angst hatten nämlich andere Tierbesitzer vor Ihnen auch schon. Das ist am Anfang immer so. Und Sie werden sehen. Die ersten 10 Spritzen kosten sehr viel Überwindung, da zittern die Hände, der Schweiß steht auf der Stirn. Aber Sie werden auch sehen, dass Sie nach der 10. Spritze nicht mehr werden begreifen können, warum Sie zu beginn so viel Angst davor hatten.
Also fragen Sie Ihren Tierarzt. Er wird Sie in die Behandlung, die die sich daraus ergebenden Besonderheiten der Dosierung und vor allem auch in die Besonderheiten der Fütterung einweisen.
Zu niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie) Die häufigste Komplikation bei Diabetes mellitus ist ein zu niedriger Blutzuckerwert. Dieser kann auftreten: |
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wenn die normale Menge Insulin gegeben wurde, aber das Tier nicht die normale Menge Futter aufgenommen hat. |
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das Tier ungewöhnlich aktiv war, also viel Zucker verbraucht hat. |
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zu viel Insulin gegeben wurde. |
| Obwohl diese Komplikation nicht sehr häufig auftritt, ist es wichtig, dass Sie wissen, was zu tun ist. Bitte achten Sie unbedingt auf folgende Symptome: |
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Unruhe , Zittern |
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Bewegungsstörungen |
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Bewusstlosigkeit (bis hin zum Koma) |
| Was tun? |
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Wenn das Tier noch fressen kann: sofort Futter anbieten! |
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Kann das Tier keine Nahrung mehr aufnehmen, führen Sie so schnell wie möglich eine Zuckerlösung zu: Pro Kilogramm Körpergewicht benötigen Sie ein Gramm Zucker. Die Lösung kann vorsichtig in die Backentaschen gegeben werden. Wenn das Tier nicht schlucken kann, massieren Sie den Zucker oder Sirup ins Zahnfleisch oder unter die Zunge ein. |
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Sobald eine Erholung sichtbar wird: Füttern! Anschließend sollten Sie das Tier unbedingt weiter beobachten und zur Sicherheit Ihren Tierarzt/Ihre Tierärztin informieren. |
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite:
http://www.caninsulin.de/